Leitfaden für die Dokumentation von Herbarbelegen

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Das Dokumentationswiki für Die Herbonauten.


1 Einleitung

Dies ist ein Leitfaden zur Dokumentation von Herbarbelegen, der in Zusammenarbeit von Mitarbeitern aus dem Botanischen Garten Berlin und den Herbonauten entstanden ist. Die Bürgerwissenschaftler "Die Herbonauten" sind auf der Plattform Die Herbonauten tätig. Die Autorenschaft dieses Leitfadens liegt beim Botanischen Garten Berlin und den auf der Plattform tätigen Herbonauten.

Die Herbonauten sind Teil einer transdisziplinäre Forschergruppe, deren Ziel es ist, für alle zugänglich und mit wissenschaftlicher Unterstützung eine digitale Datenbank aus den fast 4 Millionen Herbarbelegen des Botanischen Garten Berlin-Dahlems zu erstellen – ein sogenanntes „Virtuelles Herbarium“.

Teilnehmen kann bei den Herbonauten jeder, der sich für Biodiversität und die Erforschung der Pflanzenwelt unseres Planeten auf wissenschaftlicher und nachhaltiger Ebene interessiert!

Herbarbelege bilden weltweit eine wichtige Quelle zur Erforschung von Biodiversität und deren Dynamik. Nicht nur für die Bestimmung von Pflanzenarten ist diese „Mikroliteratur“ dabei von Bedeutung, sondern jeder einzelne Beleg liefert wichtige Informationen, die die Kenntnisse zur Verbreitung von Pflanzen und deren Lebensräumen verbessern helfen. Vor allem im Hinblick auf die akute Verminderung der Artenvielfalt sind diese Informationen von Bedeutung.

Durch die Digitalisierung stehen Herbare vor neuen Möglichkeiten sowie neuen Herausforderungen. Virtuelle Herbare bieten die Möglichkeit einer Zusammenführung von weltweiten Datenbeständen, was Fortschritte in der Forschung verspricht. Damit Wissenschaftler die großen Mengen an übertragenen Daten auch nutzen können, muss z.B. Vergleichbarkeit der Daten durch bestimmte Konventionen beachtet werden.

Die Herbonauten übertragen Daten von fotografierten Herbarbelegen in die Online-Datenbank des Botanischen Gartens Berlins. Die Herbonauten forschen ganz nah am Herbarbeleg, bringen dabei ihre verschiedenen Fähigkeiten ein und tauschen sich untereinander aus.

Dieser Leitfaden stellt diejenigen Konventionen zusammen, die die Herbonauten und die Wissenschaftler des Botanischen Garten Berlins für die Dokumentation der Daten bereits erarbeitet haben.

Der Leitfaden dient sowohl als Manual für beginnende sowie erfahrene Herbonauten als auch als Informations- und Dokumentationsplattform des Herbonautenprojekts. Dadurch spiegelt der Leitfaden einen sich ständig erweiternden Prozess und wächst mit dem Herbonautenprojekt laufend weiter. Für Anmerkungen und Anpassungen dieser lebendigen Informationsplattform sind wir jederzeit offen. Die Autoren arbeiten im Moment daran, die Inhalte des Leitfadens mit Belegbeispielen anschaulich für Herbonauten und Interessierte zu gestalten.

2 Glossar/Definitionen

Auf der Webseite Die Herbonauten können Sie zahlreiche digitalisierte Herbarbelege sehen. Wählen Sie eine aktuelle Mission aus und schon können Sie mit Ihrem Beitrag beginnen. Sie sehen auf dem Herbarbogen einen darauf befestigten Pflanzenbeleg sowie ein oder mehrere Etiketten. Wenn Sie innerhalb der Mission einen Beleg öffnen, sehen Sie die wissenschaftliche Bezeichnung der Pflanze oben links und darunter verschiedene Kategorien, in die Sie Informationen eintragen können. Beim Übertragen von auf einem Herbarbeleg enthaltenen Daten steht das Etikett des Herbarbelegs im Vordergrund. Die Herbonauten sammeln die Daten auf diesen Etiketten und übertragen Sie in die entsprechenden Kategorien. Mit der Zuordnung der Informationen in die richtigen Kategorien beschäftigt sich Punkt 3: Übertragungskonventionen. In den Texten werden Ihnen ein paar botanische Fachbegriffen immer wieder begegnen. Um sich auf dem Herbarbeleg, dem Etikett und den darin enthaltenen Daten zu orientieren, bietet Punkt 2 eine Übersicht einiger grundlegender Begriffe aus der kleinen großen Welt des Herbarbelegs.

2.1 Erläuterungen zu Fachbegriffen

Aufsammlung
Eine Aufsammlung besteht aus einem oder mehreren Belegen, die an einem Ort von einem Sammler(team) an einem Tag von einem Taxon gesammelt wurden. Üblicherweise haben die Belege einer Aufsammlung dieselbe Sammelnummer. Die Belege sind sozusagen Dubletten und finden sich auf verschiedene Herbarien verteilt.
Beleg
Bei einem Beleg handelt es sich um einen Bogen mit ein oder mehreren Pflanzen(teilen) eines Taxons von einer Aufsammlung
Dublette
Bei einer Dublette handelt es sich um einen Beleg, der mehrfach vorhanden ist. Alle Dubletten gehören zu einer Aufsammlung. Manche Dubletten werden zur Anfertigung von Exsiccatae verwendet.
Exsiccata
Das Wort Exsiccatum (neutrum) bedeutet zunächst getrockneter Beleg.
Bei der weiblichen Form Exsiccata(ae) handelt es sich um „veröffentlichte, einheitliche, nummerierte Sätze konservierter Belege“. Das heißt eine Institution oder ein Sammler gibt strukturierte Dublettensätze unter einem bestimmten Namen an andere Herbarien ab. Die Dublettensätze (beispielsweise in 20facher Ausführung) werden meistens in Sätzen von 25-50 verschiedenen Belegen, sogenannten Faszikeln, herausgegeben. Die Sätze sind durchnummeriert. Die Nummer steht in der Regel vor dem wissenschaftlichen Namen auf dem Etikett und ist nicht mit der Sammelnummer gleichzusetzen. Jeder Dublettensatz eines Faszikels hat dann die gleichen Exsiccatnummern.

Zur Identifikation von Exsiccatenwerken und Exsiccatnummern vgl. Kap. 6.2. Identifizieren von Etiketten aus Exsikkatenwerken.

Habitat
Das Habitat umfasst die Lebensbedingungen der Pflanze, wie Bodenbeschaffenheit oder Vegetation. Habitatinformationen sind häufig auf Herbarbelegen zu finden. Sie sind wichtig, um Rückschlüsse auf den Fundort machen zu können. Habitatinformationen sind dabei nicht mit Habitusinformationen, also Angaben zu Eigenschaften der Art insbesondere des äußeren Erscheinungsbildes und Merkmale der Pflanze zu verwechseln.
kultiviert
Eine kultivierte Pflanze wurde durch den Menschen angepflanzt und ist nicht durch natürliche Verbreitung entstanden.

2.2 häufige Abkürzungen auf Herbarbelegen

acc.
->
c./comm.
-> "communicavit" = er/sie hat mitgeteilt/übergeben/überbracht, von einem Dritten übermittelt, ggf. hat den Beleg Per Post verschickt (i.d.R. ist nicht der Sammler gemeint, aber mitunter auch im Sinne von „aus seinem eigenen Herbar abgegeben“)
conf./confirm.
-> "confirmavit" = er/sie hat die bereits erfolgte Bestimmung bestätigt
-> gleichbedeutend mit !, !! oder !!!
cult.
-> "cultus" = kultiviert/angepflanzt
ded.
-> "dedit" = er/sie hat gegeben/überreicht (i. d. R. aus seinem eigenen Herbar bzw. einen selbst gesammelten Beleg)
det.
-> „determinavit“ = er/sie bestimmt/hat bestimmt
leg. (manchmal l.)
-> „legit“ = er/sie hat gesammelt (kommt vor- und nachgestellt vor)
mis./misit
-> "misit" = er/sie hat gesandt/geschickt
rec.
-> „recueilli“ (franz.) = er/sie hat gesammelt (steht stellvertretend für „leg.“)
rev.
->

Für ein ausführliches Glossar an auf Herbarbelegen verwendeten Abkürzungen siehe [1]

3 Übertragungskonventionen

Die folgenden Kapitel beziehen sich auf die Kategorien zur Dokumentation von Herbarbelegen auf Die Herbonauten.

3.1 Land

Wählen Sie aus der Liste das Land aus, in dem die Pflanze gefunden wurde. Die Ländernamen im Drop-Down-Menü entsprechen dem ISO-Standard. Beim ISO-Standard handelt es sich um einen internationaler Standard für geographische Einheiten, der von der Internationalen Organisation für Normung herausgegeben wird.¹ Durch die Übertragung der Länder und Regionen kann der ISO-Standard als eindeutige Referenz zum Herbarbeleg aufgeführt werden, auch wenn sich z.B. Schreibweisen oder historische Grenzverläufe des Ländernamens verändern. Das ausgewählte Land muss dem aktuellen Landesnamen entsprechen. Bei historischen Belegen, auf denen nur veraltete Landesnamen verzeichnet sind, ist hier mitunter schon etwas Recherche notwendig.

Beispiele
  • für eine Pflanze aus Neu-Holland (Australiens Name während des 17. und 18. Jahrhunderts) ist das korrekte Land Australien
  • für eine Pflanze aus der ehemaligen Tschechoslowakei, ein Binnenstaat zusammengesetzt aus dem heutigen Tschechien und der Slowakei zwischen 1918 und 1992, müssen sie weitere Informationen über die Fundstelle auf dem Etikett finden um entscheiden zu können, ob der Fundort im heutigen Tschechien oder der Slowakei liegt.
Belegbeispiele folgen

Wenn, wie in den beiden Beispielen, der Landesname nicht auf dem Etikett steht, sich aber eindeutig ableiten lässt, muss die Box 'Habe ich abgeleitet‘ aktiviert werden. Sofern sich vom Fundort nicht eindeutig auf ein Land schließen lässt, klicken Sie auf 'Keine Information‘. Das gilt z.B. auch für den Fall großflächiger geographischer Angaben wie „Himalaya“ oder „Alpen“, die sich über mehrere Länder erstrecken. Handelt es sich um eine kultivierte Pflanze, tragen Sie das Land des Botanischen Gartens ein, in dem die Pflanze kultiviert wurde.

3.2 Region

Wählen Sie aus der Liste die Region/Distrikt/Provinz aus, in der die Pflanze gefunden wurde (zum Beispiel für Deutschland: Bundesland). Untersuchen Sie das Bild genau, um zu sehen ob die Region/Distrikt/Provinz erwähnt wird. Klicken Sie auf 'Habe ich abgeleitet' wenn die Region/Distrikt/Provinz nicht explizit auf dem Etikett steht und das Ergebnis Ihrer Interpretation mittels einer anderen Information (wie die Angabe einer Stadt) ist. Wenn keine ausreichenden Informationen zur Verfügung stehen, um eine Region/Distrikt/Provinz auszuwählen, klicken Sie auf 'Keine Information'. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn Angaben historisch sind und nicht eindeutig einer aktuellen Region zugeordnet werden können oder ausschließlich eine geographische Region („Himalaya“, „Pripjetsümpfe“) angegeben ist, die sich über mehrere Regionen erstreckt und somit nicht eindeutig zuordenbar ist. Handelt es sich um eine kultivierte Pflanze, tragen Sie die Region des Botanischen Gartens ein, in dem die Pflanze kultiviert wurde.

Wie auch bei den Ländern gilt auch bei den Regionen der ISO-Standard (International Organization for Standardization). Mit diesem Standard kann jedem Land und jeder Region eindeutig eine spezielle „Identität“ zugeordnet werden. Jedes Land hat im ISO-Standard einen sogenannten Ländercode, der diese „Identität“ des Landes in einer kurzen Buchstabenfolge ausdrückt. Der Ländercode für Deutschland ist z.B. „DE“. Der Code für die Region Berlin ist „DE-BE“, für die Region Hessen „DE-HE“, usw…

Eine Online-Datenbank aller aktuellen ISO-Standards für Länder und Regionen dieser Welt finden Sie in der Online Browsing Platform.

3.3 Datum

Setzen Sie hier das Sammeldatum ein. Es können drei Fälle auftreten:

  • Das exakte Datum ist auf dem Etikett angegeben:

Geben sie das Datum im Format TT/MM/JJJJ () ein.

Beispiel

27/12/1934

  • Ein Zeitraum ist angegeben:

Geben sie den Zeitraum mit Anfangs- und Enddatum im Format 'Zwischen TT/MM/JJJJ und TT/MM/JJJJ' an.

Beispiele

Wenn auf dem Etikett steht 'März 1875', geben sie bitte den Zeitraum 'Zwischen 01/03/1875 und 30/03/1875' an.

Für das Datum 'Missionen 1870-1872', geben Sie bitte den Zeitraum 'Zwischen 01/01/1870 und 31/12/1872' an.

  • Wenn keine ausreichenden Informationen zur Verfügung stehen, um ein Datum anzugeben, klicken Sie auf „Keine Information“.

Belegbeispiele folgen.

Kulturelle Besonderheiten bei Datumsformaten:

1. gregorianischer Kalender

Belegbeispiele folgen

2. julianischer Kalender

Belegbeispiele folgen

Nationale Besonderheiten bei Datumsformaten:

1. amerikanische/kanadische Schreibweise:

Belegbeispiele folgen

Sammlerspezifische Besonderheiten bei Datumsformaten:

Belegbeispiele folgen

3.4 Personen (Sammler*in, Bestimmer*in, Herbar von)

Auf einem Herbarbeleg finden wir verschiedene Personennamen aufgezeichnet. Alle diese Personen stehen in unterschiedlicher Verbindung mit dem Herbarbeleg und sind dadurch wichtige Ressourcen zur Erforschung der Verbreitung des Pflanzenbelegs. Für die Übertragung der Namen stehen die drei Kategorien Sammler/in, Bestimmer/in und Herbar von zur Verfügung.

Im Folgenden erfahren Sie, wie Sie die Namen den entsprechenden Kategorien zuordnen: Im Feld Sammler/-in wird der Name der Person eingegeben, der die Pflanze gesammelt hat. Im Feld Bestimmer/-in wird der Name der Person eingegeben, der die Pflanze mit dem angegebenen wissenschaftlichen Namen bestimmt hat. Im Feld Herbar von wird der Name der Person eingegeben, in dessen Privatherbar sich der Beleg befand. Die Namen der Personen sind eine der wichtigsten Information auf dem Herbarbeleg und vernetzen den Beleg mit bereits bestehenden Datenbanken zu Botanikernamen.

Es gibt viele Recherchemöglichkeiten zu Sammler*innen, Bestimmer*innen und Herbaren. Sammler*innenbiographien sind z.B. bei der Recherche behilflich und sind z.B. unter Global Plants, Google books oder andere Quellen zu finden. Außerdem können Sie bestehende Belegdatenbanken, wie JACQ Virtuelles Herbar oder MNHN (Musée Nationale d’Histoire Naturelle: …)zur Recherche von Sammler/-innennamen nutzen. (siehe auch "Punkt 4: Informationsquellen")

Kategorie Sammler/in:

Der/Die Sammler/-in eines Herbarbelegs ist die Person, die die Pflanze gefunden und auf dem Herbarbogen angebracht hat. Der Sammler/-innenname kann oft daran erkannt werden, dass er mit der Abkürzung leg. ("legit" = hat gesammelt) oder rec. („recueilli“= hat gesammelt) angegeben ist. Manche Sammler sind lassen diese Abkürzungen jedoch auch weg. Ein weiteres Indiz, um den Sammler/-innennamen zu erkennen ist, dass der Sammlername häufig in unmittelbarer Nähe der Sammelnummer (siehe 3.6) angegeben ist.

Die Sammler/-innennamen können an mehreren Stellen des Etiketts auftauchen, entweder als Teil des Titels oder im Etikettentext. Auf manchen Belegen sind die Sammler/-innennamen in gedruckter Form geschrieben, auf anderen per Hand. Manche Belege wurden ausserdem von mehreren Sammler/-innen gemeinsam gesammelt, einem sog. Sammler/-innenteam.

Sammler-/innen oder Sammler/-innenteams werden im Feld "Sammler/-in" übertragen.

Manche Sammler sind gleichzeitig Autoren der Pflanzennamen, indem sie ihren eigenen Namen in den Pflanzennamen integrieren. Eine Datenbank für alle bekannten Autoren von Pflanzennamen ist der Plant Names Index (IPNI).

Beispielbelege folgen

Kategorie Bestimmer/in:

Der/Die Bestimmer/-in eines Herbarbelegs ist die Person, die der auf dem Herbarbogen angebrachten Pflanze den angegebenen wissenschaftlichen Namen gegeben hat. Der*die Bestimmer*in, der*die die Pflanze identifiziert hat, ist auf dem Bogen häufig an der Abkürzung det. ("determinavit" = hat bestimmmt) oder conf. ("confirmavit" = hat bestätigt) oder auch einem oder mehreren Ausrufezeichen zu erkennen. Auch hier können Bestimmer/-innenteams, also mehrere gleichzeitige Bestimmer, auftauchen.

Auf Herbarbögen sind mitunter mehrere Bestimmer verzeichnet. Dies bedeutet, dass die Pflanze seit ihrer Anbringung auf dem Herbarbogen von verschiedenen Wissenschaftler-/innen mit unterschiedlichen wissenschaftlichen Namen bezeichnet wurde. Der wissenschaftliche Name einer Pflanze kann sich je nach Forschungsstand ändern. Als Bestimmer/-in des Herbarbogens gilt jeweils der/die Bestimmer/inin, der/die der Pflanze als Letzte/s einen neuen wissenschafltichen Namen gegeben hat.

Der/Die Name/n dieser Person oder Gruppe wird im Feld "Bestimmer/-in" angegeben.

Beispielbelege:

Sammler/in und Bestimmer/in sind auf den meissten Belegen zwei verschiedene Personen. Das liegt daran, dass Herbarbögen Gebrauchsobjekte und historische Objekte sind. Sie gehen durch viele Forscherhände und werden manchmal erst Jahre nach der Anbringung auf dem Beleg mit dem aktuellen wissenschafltichen Namen versehen. Herbarbögen sind nicht zuletzt aufgrund dieser "Schichtung" ein spannendes Zeugnis für die Wissenschaftsgeschichte.

Manche Bestimmer sind auch Autoren der Pflanzennamen, das bedeutet, sie haben der Pflanze als erste Person, den entsprechenden wissenschaftlichen Namen gegeben. Eine Datenbank für alle bekannten Autoren von Pflanzennamen ist der Plant Names Index (IPNI).

Beispielbelege folgen

Gemeinsame Schreibkonventionen der Kategorien Sammler*in, Bestimmer*in, Herbar von:

Geben Sie die Namen bitte genauso ein, wie auf dem Etikett angegeben. Falls der Name schon einmal von einem/r Herbonaut/in übertragen wurde, können Sie die richtige Schreibweise bereits aus den Vorschlagslisten auswählen.

  • Abgekürzte Namen werden als Abkürzung genau wie auf dem Etikett übertragen
  • landestypische Sonderzeichen und Leerzeichen werden mit übertragen
  • Es hat sich außerdem ‚J. Bornmüller‘ gegen ‚J.Bornmüller‘ durchgesetzt
  • Ergänzungen, wie z.B. den kompletten Namen tragen Sie bitte NICHT in eckigen Klammern in das Feld, sondern nur in den Diskussionen ein
  • Namenszusätze, Titel oder andere ergänzende Angaben werden in der Regel nicht zum Namen notiert
    Ausnahmen:
    • Ordenstitel werden in Verbindung mit Vornamen in eckigen Klammern übertragen. Das liegt daran, dass alleinstehende Vornamen sonst zu Verwechslungen in den Datenbanken führen können, Sie übertragen also z.B. [Frère]Paul
    • Bei historischen Belegen kommt es vor, dass Sammlerinnen mit den Initialen Ihres Ehemanns und dem Zusatz "Frau", "Mrs." o.ä. verzeichnet sind. In diesem Fall ist die Übertragung des Namenszusatzes notwendig, um Verwechslungen mit dem Ehemann auszuschließen.


Kategorie Herbar von:

Auf Herbarbelegen findet man oft Angaben wie „Herbar Otto Magens“ oder „Herbar A. L. v. Reuss“.

Die Angaben können als Stempel, handschriftlich oder gedruckt auftreten. Es können auch gestempelte Namen wie hier „Ernst H. L. Krause“ ohne die Anmerkungen leg./conf./det. auftauchen.


Bei den auf dem Etikett aufgeführten Personen, handelt es sich um die Inhaber eines Herbars, in dem die Pflanze aufbewahrt wurde. Dabei kann es sich um Privatherbare oder Nachlässe handeln.

Bezeichnungen von Institutionen oder Exiccatenwerke werden nicht im Feld Herbar von angegeben, auch wenn diese Angaben manchmal das Worte wie „Herbarium“ , „Herbario“ etc. enthalten.

Auch Herbarinhaber/innen können Autor/-innen der Pflanzennamen sein, indem sie ihren eigenen Namen in den Pflanzennamen integrieren, z.B. Xyris sellowiana Kunth. Eine Datenbank für alle bekannten Autoren von Pflanzennamen ist der Plant Names Index (IPNI). Dadurch, dass Sammler, Bestimmer und Herbarinhaber Pflanzennamenautoren sein können, haben manche Pflanzen lange "Doppelnamen", z.B. Xyris ramboi Smith & Downs

Beispielbeleg folgt

3.5 Konventionen für bestimmte SammlerInnen

Herbarium Willing:

Die Pflanzenbelege des "Herbarium Willing" stammen von verschiedenen SammlerInnenteams. Dr. Eckhard Willing sammelte zuerst gemeinsam mit Barbara Willing und dann mit Dr. Rita Eisenblätter (spätere Willing) auf dem griechischen Festland und später auf auf den Kanaren und in Dessau und Sachsen-Anhalt. Das reichhaltige "Herbarium Willing" wird im Botanischen Garten Berlin aufbewahrt und besteht aus weit über 200 000 Belegen. Auf den Belegen des "Herbarium Willing" sind die SammlerInnen nicht immer explizit mit der Abkürzung "leg." angegeben. Die in Griechenland gesammelten Pflanzenbelege sind in der Reihe "A Willing Contribution to Flora Hellenica" zusammengefasst veröffentlicht.

Für die Dokumentation der Belege aus "A Willing Contribution to Flora Hellenica" stehen auf der Homepage der Sammler sowie dem Botanischen Garten Berlin Jahresberichte zur Verfügung, die über die jeweiligen SammlerInnen Auskunft geben.

Beispielbeleg "Herbarium Willing"

Je nach Sammeldatum können für die Belege zu "Flora Hellenica" des "Herbarium Willing" folgende SammlerInnen dokumentiert werden:

  • Sammeldatum 1971-1994: Barbara und Eckhard Willing
  • Sammeldatum 1995-2000: Rita Eisenblätter & Eckhard Willing
  • Sammeldatum 2001-...: Rita und Eckhard Willing

3.6 Konventionen für bestimmte Herbare

Pflanzensammler legen Herbare an, in denen sie einzelne Pflanzenfunde zusammenführen, mit Etiketten kennzeichnen und aufbewahren. Die Konventionen der Etikettenführung unterscheiden sich maßgeblich von Herbarium zu Herbarium, sie sind individuell geprägt und hängen mit der Geschichte des Herbariums zusammen. Die Übertragung des zum Etikett gehörenden Herbarium ist eine eigene Kategorie. Für andere Kategorien, v.a. der Kategorie Sammler/Bestimmer, aber auch Fundort ist ein Hintergrundwissen über die Geschichte des zugehörigen Herbariums nützlich, da entweder sehr wenig Daten direkt auf dem Etikett sichtbar sind oder leicht Missdeutungen zwischen Sammler und Herbarbesitzer passieren. Für folgende Herbare des BGBM gelten Besonderheiten in der Übertragung:


Herbar Kurt Faber

In der Kategorie Herbar können wir den Wortlaut des Stempels "Herbar Kurt Faber" übertragen. Das Herbar von Kurt Faber ist 1993 beim BGBM eingegangen. Es umfasst ca. 5000 Belege (darunter vor allem Phanerogamen, Farne und Flechten). Dr. Kurt Faber war Chemiker und lebte von 1915-1994. Im Zeitraum 1926-1991 unternahm er weltweite Reisen und sammelte Belege in Europa, Israel, auf den Kanarischen Inseln, auf Zypern, in Ägypten, in Kashmir (Indien), in Marokko, in der Türkei, in den USA und in Mexiko. All diese Belege zusammen führte er in seinem Herbar zusammen.

Beispielbeleg aus dem Herbar Kurt Faber

Konventionen für die Kategorie Sammler/in:

Kurt Faber kann bei den meisten der Belege seines Herbariums wohl als Sammler angesehen werden, ABER bei seinen Reisen wurde er mitunter von seinem Sohn Bernd-Michael Faber und mehreren anderen Kollegen begleitet. Auf den Belegen Fabers ist dies aber (fast) nie vermerkt, außerdem gibt es keine durchgehende, eindeutige Nummerierung mit Sammelnummern, weswegen nicht mehr für jeden Beleg exakt nachvollziehbar ist, wer den Beleg ursprünglich gesammelt hat. Mit einer Ausnahme: Kurt Faber integrierte 150 Belege, die von seinem Vater Dr. Eugen Faber bereits vor ihm im Zeitraum 1860 - 1900 gesammelt wurden, in sein Herbar. Die Belege die mit "Herbar Kurt Faber" gestempelt sind und aus diesem Zeitraum stammen, sind also die einzigen, denen mit Sicherheit der Sammler Eugen Faber zugeordnet werden kann. Wir können die Eintragungen bei Sammler/in für die Belege des Herbars Kurt Faber also wie folgt anpassen: - Für alle Belege, die ein Sammeldatum im Zeitraum von 1860-1900 aufweisen, können wir als Sammler eintragen: E. Faber - Für alle Belege, die ein Sammeldatum im Zeitraum von 1926-1991 aufweisen, können wir als Sammler eintragen: K. Faber & al.

Konventionen für die Kategorie Sammelnummer:

Bei den meisten mit "Herbar Kurt Faber" gestempelten Belegen lässt sich nicht eindeutig eine Sammelnummer zuordnen. Die auf dem hier abgebildeten Beleg vermerkte Nummer CY12 bezieht sich auf den Fundort Zypern. Mit den Nummern wird ein bestimmtes Gebiet Zyperns beschrieben. Die ganze Pflanzenwelt Zyperns ist mithilfe dieser Nummerierungen wissenschaftlich kartographierbar. Wir können die Angabe (CY12) also im Fliesstext hinter die anderen Angaben zur Lokalität mit in den Fundort übernehmen. Es handelt sich bei C12 also nicht um eine Sammelnummer.

Beispielbeleg aus dem Herbar Otto Magens


Herbar A. L. v. Reuss

Herbar Otto Magens

In der Kategorie Herbar können wir "Herbar Otto Magens" übertragen. Für diese oft spärlich beschrifteten Belege gelten folgende Besonderheiten für die weiteren Kategorien:

Konventionen für die Kategorie Sammler/in:

Bei den mit Herbar Otto Magens gekennzeichneten Belegen kann Otto Magens als Sammler gesehen werden, obwohl er nicht direkt als solcher beschrieben wird. Bei den häufig auftretenden Abkürzungen F. H. und R. handelt es sind vermutlich um Abkürzungen für Sammelpunkte oder Lokalitäten, jedoch nicht um Abkürzungen für Sammler. Da auf den Belegen Otto Magens nicht als Sammler eindeutig gekennzeichnet ist, wird für die Kategorie Sammler/in bei Belegen aus dem Herbar Otto Magens wie folgt übertragen: Serie: Herbar Otto Magens; ser. Nr. (die entsprechende Nr.); Sammler: unbekannt

Konventionen für die Kategorie Sammelnummer:

Die auf den Belegen angegebenen Nummern sind Herbarnummern. Die Belege wurden bei Erhalt im Herbarium des Botanischen Gartens Berlin durchnummeriert. Die Nummerierung ist jedoch unzusammenhängend, da das Herbar Otto Magens Stück für Stück in Berlin ankam.


Herbar Ernst H.L. Krause

Bei dem Stempel Ernst H. L. Krause handelt es sich um die Angabe des Herbars Ernst Hans Ludwig Krause (1859-1942). In der Kategorie Herbar können wir den Wortlaut des Stempels Ernst H. L. Krause übertragen. Krause arbeitete als Arzt und Privatdozent der Botanik in Kiel, Straßburg und Saarlouis. Er sammelte u.a. Pflanzen in Liberia. Krause überlies sein Herbar dem Botanischen Garten Berlin in dessen Berichtsjahr 1941/1942. Auf den Etiketten ist häufig kein/e Sammler/in angegeben. Krause kommt jedoch bei vielen Belegen nicht selbst als Sammler in Frage, da er die entsprechenden Fundorte (z.B. Japan) nie selbst besucht hat. Wir können bei den mit "Herbar E.H.L Krause" gestempelten Belegen deswegen nicht sicher sagen, welche Belege von ihm selbst gesammelt sind und welche nicht.

Beispielbeleg aus dem Herbar Ernst H. L. Krause

Konvention für die Kategorie Sammler/in:

Da für die mit Ernst H. L. Krause gestempelten Belege auf denen kein anderer Sammler angegeben ist, nicht eindeutig festgestellt werden kann, ob es sich bei Krause selbst um den Sammler handelt, ist bei diesen Belegen in der Kategorie Sammler/in „Keine Information“ anzugeben.

Konvention für die Kategorie Sammelnummer:

Die mit Ernst H. L. Krause gestempelten Belege sind mit einer durchlaufenden handgeschriebenen Nummer versehen. Obwohl kein/e Sammler/in angegeben ist, können wir diese Nummer als Sammelnummer übertragen. Denn Krause erhielt (wie es häufiger bei Botanikern gegeben ist) Belege von anderen Sammler/innen und versah diese Belegen fortlaufend zu seinen tatsächlich selbst gesammelten Belegen mit seiner Sammelnummer.

3.7 Erkennen von Sammelnummern

Die Sammelnummer ist eine vom Sammler auf dem Herbarbeleg angegebene Nummer. Bei der Erstellung einer wissenschaftlichen Datenbank aus Herbarbelegen kommt der Sammelnummer eine wichtige Rolle zu, denn in Kombination mit dem Sammlernamen kann mithilfe der Sammelnummer ein Beleg/eine Aufsammlung eindeutig identifiziert werden. Die Sammelnummer kann, wie die untenstehenden Beispiele verdeutlichen, in ganz unterschiedlichen Formaten auftreten. Sie kann aus einer Kombination aus Buchstaben und Zahlen oder nur aus Zahlen bestehen. Manchmal ist auch die Jahreszahl oder ein Kürzel des Sammlers integriert. Es gibt auch Belege ohne Sammelnummer. 6.2 bis 6.3 zeigen Beispielbelege zu Exsiccatennummern und Herbarnummern, die von Sammelnummern unterschieden werden müssen.

Die Sammelnummer ist häufig hinter dem Namen des Sammlers zu finden (siehe FIG. 6.1.1). Dass dies jedoch nicht immer der Fall sein muss zeigen die Beispiele in FIG.6.1.2. Bei manchen Belegen kann es vorkommen, dass sich aus einem einzelnen Etikett nicht entscheiden lässt, ob eine darauf angegebene Nummer eine Sammelnummer ist oder nicht. In diesem Falle raten wir Ihnen, mehrere Belege der Aufsammlung anzusehen. Diese können Sie in Belegdatenbanken, wie z.B. JACQ Virtuelles Herbar recherchieren.

In den folgenden Beispielen ist die Sammelnummer auf den Belegen grün markiert.


FIG. 6.1.1 – Die Sammelnummer steht nach dem Namen des Sammler(team)s, Beispiel A, Beispiel B Besonderheit: Auf diesem Beleg sind neben der Sammelnummer noch eine Akzessionsnummer (ACC-Nr.) und eine Reviernummer angegeben. Es handelt sich um einen Beleg, der im Botanischen Garten Berlin gesammelt wurde. Die Akzessionsnummer hat hier die Funktion einer „Inventarnummer“ der Pflanze. Über die Reviernummer wird angegeben, wo die Pflanze im Garten wächst, Beispiel C Besonderheit: Die Sammelnummer enthält eine integrierte Jahreszahl. Der Sammler hat hier keine fortlaufende Sammelnummer, sondern zählt seine Belege jahresweise.


FIG. 6.1.2 – Die Sammelnummer steht an anderer Stelle und nicht nach dem Namen des Sammler(team)s, Beispiel A Besonderheit: Hinter dem Sammlerteam ist in Klammern der Bereich an Sammelnummern angegeben, der an diesem Standort gesammelt wurde, Beispiel B Besonderheit: Hier enthält die Sammelnummer die Initialen „B.K.“ des Sammlers, Beispiel C - Sammelnummer von K. H. Rechinger, Beispiel D, Beispiel E - Sammelnummer von G. Lamieux , Beispiel F - Sammelnummer von Lewis S. Rose,

3.8 Identifizieren von Etiketten aus Exsiccatenwerken

Was sind Exsiccatenwerke?

Exsiccata (lateinisch, Singular, weiblich/ Plural Exsiccatae) = Exsiccatenwerk/Set von Exsiccaten = Satz/Serie von Herbarbelegen, i.d.R. mit gedruckten, einheitlich formatierten und durchnummerierten Etiketten, die einen gemeinsamen Titel haben. Jedes Exsiccatenwerk existiert in mehreren Exemplaren. Dabei kann die Auflage 10 Exemplare umfassen, aber auch 500 sind möglich. Exsiccatae werden herausgegeben, um Sammlungen möglichst weit zu verbreiten, so dass Forscher an verschiedenen Orten der Welt direkt Zugang zu dem Material haben, das ihnen als Grundlage verschiedener Studien dient. Beispiele für Exsiccatanamen sind „Plantae Graecesens“, herausgegeben von der Universität Graz oder „Lichenotheca Latinoamericana“, herausgegeben von H. Sipman vom Botanischen Garten und Botanischen Museum Berlin. Über den Namen der Exsiccatae und der fortlaufenden (Frage an Katharina: Sammel-?)nummer lassen sich Dubletten zuordnen.

Der Begriff Exsiccata ist zu unterscheiden von Exsiccatum (lateinisch, Singular,neutrum/ Plural Exsiccata). Dies bezeichnet einen oder mehrere einzelne Herbarbeleg/e.

Die Inhalte der Etiketten der Exsiccatae werden meistens zusätzlich separat in gedruckter Form in einer eigenstädnigen Publikation in sogenannten „Scheden“ veröffentlicht. Ein Beispiel für eine solche (Teil-)Publikation zu einem (Flechten-)Exsiccatenwerk ist das vom National Museum of Nature and Science in Tokyo herausgegebene MINUS COGNITI EXSICCATI, Fasz. XXIV (Nos. 576-600).

Die wichtigste virtuelle Zusammenstellung von Exsiccatenwerken ist IndExs. In dieser Datenbank können Exsiccatenwerke nach Herausgebern und Titeln gesucht werden. Informationen über den Umfang des Exsiccatenwerks sowie Abbildungen der Etiketten aus den Exsiccatenwerken werden hier ebenfalls angegeben.

Auf den Etiketten innerhalb solcher Exsiccatenwerke befindet sich die Exsiccatennummer, die die Etiketten des Exsiccatenwerkes in fortlaufender Reihenfolge durchnummeriert. In den folgenden Beispielen ist die Exsiccatennummer blau markiert.

FIG. 6.2.1 – Beispiele für Etiketten aus Exsiccatenwerken, Beispiel A, Beispiel B, Beispiel C, Beispiel D Erläuterung: "Cf. Fl. Iberica, 1 : 187, 1986" heißt "Vergleiche (lateinisch Confer) In der Flora Iberica, Volume 1, Seite 187 von 1986". Eine Sammelnummer ist in diesem Fall nicht vorhanden, Beispiel E Besonderheit: Das Etikett stammt aus einem Exsiccatenwerk, ist aber handschriftlich und nicht gedruckt. In diesem Fall gab es mehr Belege als gedruckte Etiketten, Beispiel F Besonderheit: Dieses Etikett stammt aus demselben Exsiccatenwerk wie Beispiel E. Beispiel F verweist auf die Exsiccatennummer 207 von Beispiel E - . 1252 ist die Exsiccatenummer, Beispiel G No. 962 ist eine Exsiccaten(Serien-)Nr. von [P. Sintenis: Iter thessalicum 1896. No 962]


#Ergänzung weiterer Beispiele folgt

FIG. 6.2.2 – Etiketten, die so aussehen als seien sie aus einem Exsiccatenwerk, es aber nicht sind, Beispiel A Erläuterung: Nicht alle Etiketten, die einen Titel haben sind aus einem Exsiccatenwerk. Hier ist die 24604 eine Sammelnummer, Beispiel B Hier ist die 24384 ebenfalls eine Sammelnummer.

3.9 Erkennen von Herbarnummern

Die Herbarnummern sind Inventarnummer des jeweiligen Herbars. Die meisten Herbarnummern sind sehr große Zahlen. Die Herbarnummer des Berliner Herbars besteht aus dem Herbarkürzel B und einer 9-stelligen Zahl. In den meisten Fällen steht diese Zahl wie auch die Herbarnummern anderer Herbarien nur auf dem Herbarbogen und nicht auf dem Etikett. Es gibt verschiedene Gründe, durch die eine Herbarnummer auf dem Etikett erscheint: Die Herbarnummern sind in den folgenden Beispielen gelb markiert.


FIG. 6.3 – Ein Herbar organisiert selber Aufsammlungen, Beispiel A Erläuterung: Dieser Beleg hat die Herbarnummer HUEFS 202763 und stammt aus dem Herbário der Universidade Estadual de Feira de Santana in Bahia in Braslien, Beispiel B Erläuterung: Erläuterung: Die 2370 ist die Herbarnummer des Herbariums JACA. Die 101 ist eine Exsiccatnummer und 30T YN 1926 sind U.T.M. Koordinatenangaben, Beispiel C Erläuterung: Bei der 29214 handelt es sich um die Herbarnummer der Herbarsammlung von E.L.H. Krause. Krause ist hier nicht der Sammler, es ist kein Sammler angegeben. Vermutlich ist in diesem speziellen Fall die Nummer des Herbars von E.L.H. Krause gleichzeitig die Sammelnummer, auch wenn E.L.H. Krause selbst nicht der Sammler ist.


#weitere Beispiele folgen

3.10 Lokalität

Tragen Sie in der Kategorie "Fundort" mit allen Details die geographischen Angaben auf dem Etikett zum Fundort dieser Pflanze ein. Fundortbeschreibungen treten auf Etiketten in unterschiedlicher Genauigkeit auf. Beachten Sie bei der Übertragung die orginale Wortreihenfolge, Sprache, Orthographie und Abkürzungen.

Beispiele
  • Köln-Bonner Rheinebene, linke Rheinseite, Bonn-Gronau, Franz-Josef-Strauss-Allee.
  • Above the village of Ambodisakoana E of Ankaramy.

Angaben, die bereits in den Kategorien ‚Länder‘ und ‚Regionen‘ eingetragen wurde, müssen nicht erneut eingetragen werden. Historische Länder – und Regionsbezeichnungen (die nicht in den oberen Kategorien angegeben wurden) gehören zum Fundort.

Habitatsbeschreibungen (siehe Punkt 2.1.Erläuterungen zu Fachbegriffen) gehören mit in den Fundort.

Sonderfälle
  • Sollten Sie ergänzende Informationen, z.B. Korrekturen von Ortsnamen, einfügen, setzen Sie diese bitte in eckige Klammern.
Belegbeispiel folgt
  • Handelt es sich um eine kultivierte Pflanze, geben Sie zusätzlich zum Fundort der kultivierten Pflanze, falls auf dem Etikett vorhanden, den Fundort, Sammler*in und Sammeldatum der Wildherkunft in eckigen Klammern mit [Wildherkunft:] an.
Belegbeispiel folgt
  • Fundortangaben, die nicht vom*von der Sammler*in selbst stammen, werden ebenfalls übertragen.
Belegbeispiel: Der Fundort wurde nicht vom Sammler eingetragen
Formatierungsvorgaben
  • „“ werden als ‚‘ übertragen
  • J. Bornmüller statt J.Bornmüller
  • für die Transliteration von Sonderzeichen nutzen Sie diese Unicode-Tabelle [2]
Dazu gehen Sie wie folgt vor:
  1. Wählen Sie die Sprache aus, deren Sonderzeichen Sie darstellen wollen. Es erscheint eine Tabelle mit den Sonderzeichen und den dazugehörigen Unicodes.
  2. Kopieren Sie den Unicodes des gewünschten Sonderzeichens in Word oder OpenOffice und
  3. Klicken Sie auf [Alt] und dann auf [C]
  4. Das Sonderzeichen wird angezeigt und Sie können es in Ihren Text kopieren
Liste häufig auftretender lateinischen Begriffe in Fundortbeschreibungen
ad septentrionem: auf der Nordseite
a meridie: auf der Südseite
oppido: Stadt, Dorf
mons/montes: Berg/e
in horto bot.: im botanischen Garten
pagus: Dorf
flumen/fluminis/fluvium: Fluss
lacus: See
in vicinitate: in der Nähe von
rivulus: kleines Bächlein
rivus: Bach
confluvium: Zusammenfluss
dexter: rechts
sinister: links

3.11 Georeferenzierung

Bei der Geolokalisierung ordnen Sie dem Beleg eine geographische Herkunft in Form von Geokoordinaten zu. Es stehen verschiedene (Online-)Kartentools zur Verfügung, um diese Koordinaten zu bestimmen (vgl. Kap. 5.2: Tutorial zu Techniken der Geolokalisierung)

Geolokalisierung erfordert sehr oft eine mehr oder weniger umfangreiche Recherche anhand verschiedener (Online-)Karten und Literatur und ist oft nicht mit der Eingabe des Fundortes bei OpenTopoMap getan. Selbst nach einer Recherche lassen sich manche Belege einfach nicht endgültig geolokalisieren. Nutzen Sie in einem solchen Fall die Diskussionen, um die verschiedenen Möglichkeiten für Geolisationspunkte zu diskutieren. Diese bleiben in der Datenbank gespeichert und wird zur weiteren Recherche zugänglich sein (...???)

Die Geolokalisation ist anhand zahlreicher Online-Quellen durchführbar. Hierbei können Wikipedia, Reiseberichte, Touristeninformationsseiten oder auch Sammler-Curricula etc. bei der Suche nach den Koordinaten der Fundorte helfen. In komplexen Fällen erweist es sich als gewinnbringend, die Frage nach einem bestimmten Ort von verschiedenen Seiten aufzurollen und auch bereits bestehende virtuelle Belegdatenbanken und Herbarien, wie JACQ oder MNHN (Musée Nationale d’Histoire Naturelle) nach Dubletten (siehe Punkt 1.2 Erläuterungen zu Fachbegriffen) oder Belegen des Sammlers vom gleichen Datum zu durchforsten.

Beachten Sie stets die korrekte Schreibweise der Suchbegriffe (inklusive Sonderzeichen), um nicht enttäuscht zu werden! Auch nicht messbare Größen wie persönliche Erfahrung, Orts- oder Sammlerkenntnis spielen bei der Geolokalisation oft eine entscheidende Rolle. Fazit: Geolokalisierung ist komplex, macht aber Spass!

  1. Der einfachste Fall: Sind Koordinaten auf dem Etikett angegeben, tragen Sie diese direkt in geographischer Breite (Nord/Süd) und Länge (Ost/West) ein.
  2. Sind keine Koordinaten auf dem Etikett angegeben, sind die Angaben der schon beantworteten Kategorien die Grundlage für Ihre Recherche. Klicken sie auf den Button 'Karte' und geben Sie in das Suchfeld in der linken oberen Ecke der auf der Herbonautenplattform genutzten OpenTopoMap Keywords aus dem Fundort ein.
  3. Idealerweise lässt sich der Fundort (mitunter nach langer Recherche ) mit genau einem Koordinatenpunkt auf der Karte beschreiben. In den meisten Fällen ist der Fundort jedoch nicht punktgenau beschrieben, sondern umfasst ein größeres Gebiet, z.B. „Pied du Salève (Am Fuße des [Mont] Salève)“ (B 10 1064786) oder „Luzern; Garten der Villa Wilhelma. 460 m.“ (B101027783). Geben Sie in diesem Fall die Koordinaten des im Fundort geolokalisierbaren geographischen Ortes plus einen entsprechenden Ungenauigkeitsradius von ≤1 km bis ≤20 km an. Achten Sie darauf, dass ihr Radius groß genug gewählt ist, damit keine ‚falsche Genauigkeit‘ entsteht. (Alternativ können Sie auch die Sekundenangaben der Koordinaten weglassen, um somit ein größeres Gebiet zu beschreiben???). Nutzen Sie (falls der Fundort entsprechende Informationen enthält) auch das Kommentarfeld 'Genauigkeit‘, um den Ungenauigkeitsradius zu präzisieren, z.B. Angaben zu Himmelsrichtungen etc. Beispiel Fundort: „2km W von Sianna“.
  4. Sollte der Fundort nicht mithilfe eines geographischen Ortes plus einem Radius von 20 km geolokalisiert werden können, kreuzen Sie 'Beleg kann nicht geolokalisiert werden‘ an.
Sonderfall Geolokalisierung ungenauer Koordinaten
Es kommt oft vor, dass Etiketten fehlerhaft beschriftet sind. In der Geolokalisation werden in einem solchen Fall die korrigierten Koordinaten verwendet und die ungenauen Koordinaten des Etiketts im Feld 'Genauigket' mit einem Hinweis ( zB. ‚Koordinaten Etikett ungenau‘) ebenso übertragen.
Sonderfall Geolokalisierung kultivierter Pflanzen
Bei kultivierten Pflanzen geben Sie (falls Information vorhanden) die Koordinaten der Wildherkunft an. Falls die Wildherkunftsbeschreibung sich nicht mithilfe des Ungenauigkeitsradius von 20km beschreiben lässt, geben Sie auch hier ‚Beleg kann nicht geolokalisiert werden‘ an (NOCH NICHT GEKLÄRT???).
Sonderfall Geolokalisierung historischer Fundorte
Da Herbarbelege historische Objekte sind, kommt es häufig vor, dass die geographische Bezeichnung der Orte auf dem historischen Etikett sich von der aktuellen Bezeichung eines Ortes unterscheidet. Für eine Geolokalisierung mit aktuellem Online-Kartenmaterial ist eine aktuelle Ortsbezeichnung meistens notwendig.

Beispiel: Für eine Geolokalisierung interessieren uns aufgrund der Genauigkeit nur kleinere geographische Gebiete wie Zonen, Stadtteile, Dörfer etc. (für den Umgang mit historischen Länderbezeichnungen siehe Kapitel 3.9. Lokalität) Aufgrund in zahlreichen geographischen Bereichen bereits erfolgter Recherchen, Zuordnungen und Digitalisierung historischer und aktueller Fundorte, sind historische und aktuelle Namen bereits in den Online-Datenbanken und -Karten zugeordnet und damit leicht recherchierbar:

Belegbeispiel B 10 1066851: die ehemalige Region "Ragusa" trägt heute den Namen "Dubrovnik".

Bild folgt

In anderen geographischen Bereichen erfordert die Zuordnung historischer und aktueller Fundortbezeichnungen umfangreichere Recherchen, da sie in den Online-Karten noch nicht zugeordnet sind.

Beispielbeleg folgt


Formatierung von Koordinaten
Für die Geolokalisierung werden verschiedene Koordinatenformate akzeptiert. Die bei den Herbonauten integrierte OpenTopoMap und andere Online-Kartensysteme geben Koordinaten im Dezimalgrad an. Auf den Etiketten sind Koordinaten manchmal auch im Format Grad-Minute-Sekunde angegeben. Zum Umrechnen von Koordinaten in verschiedene Formate, können Sie folgenden Link nutzen: [3]
Grad-Minuten-Sekunden 1:
Breite (Breitengrad): 43 16 40 N - Länge (Längengrad): 0 23 41 O
Grad-Minuten-Sekunden 2:
Breite (Breitengrad): 43º16'40"N – Länge (Längengrad): 0º23'41"W
Breite (Breitengrad): 43º16'40"N – Länge (Längengrad): 0º23'41"O
Dezimalgrad:
Breite (Breitengrad): 43,15651 - Länge (Längengrad): 0,15871

3.12 Kategorie "unbrauchbar"

Wann ist ein Beleg 'unbrauchbar?' Ein Beleg ist "unbrauchbar", falls Pflanzenbelege und Daten auf dem Bogen nicht eindeutig zugeordnet werden können. Das kann der Fall sein, wenn mehrere Etiketten mit sich widersprechenden Angaben zu einem Beleg zu sehen sind oder mehrere Belege mit nicht eindeutig zuordenbaren Etiketteninformationen zu sehen sind.

Die als „unbrauchbar“ gekennzeichneten Belege werden vor der Übertragung ins virtuelle Herbarium noch einmal von Mitarbeiter*innen des Herbariums bearbeitet.

Manchmal ist ein Pflanzenbeleg nicht zu sehen, weil er in einer Tüte verpackt wurde, wie in Beispiel A. In diesem Fall ist ein Beleg dennoch brauchbar.


3.13 abgeleitete Informationen/Übersetzungen

Definitionen:

Transliteration: buchstabengetreue Umschrift mit Sonderzeichen

Transkription: lautsprachliche Umschrift

Translation: Übersetzung (in eine andere Sprache)

Für mehrere Kategorien können auf den Belegen Informationen in anderen Schriftzeichen vorkommen, z.B. das kyrillische oder griechische Zeichensystem. In den Scroll-Down-Kategorien (Land, Region) sind teilweise bereits zwei Schriftsysteme für eine Bezeichnung angegeben. Bei Umschriften unterscheidet man die Technik der Transliteration, die Technik der Transkription und schließlich die Translation (siehe Definitionen oben). Die Transkription ist für die Herbonauten aufgrund des hohen Interpretationsgrades nicht von Interesse. Auch die Transliteration hat keine Priorität. Die Translation (Übersetzung)ist bei nicht-lateinischen Schriftzeichen für die botanische Forschung am wichtigsten. Im besten Falle werden Translationen von Sprachkundigen durchgeführt. Auch nicht Sprachkundige können mithilfe bestimmter online-Tools Übersetzungen durchführen (siehe 5.4. Tutorial "App Google Translate"). Bei der automatisierten Übersetzungen treten jedoch noch häufig Fehler auf, weswegen die automatisierte Übersetzung keine Garantie bietet und die Überprüfung durch Sprachkundige immer zu empfehlen ist.

Wie bereits erwähnt, ist eine Transliteration der Belege nicht notwendig. Trotzdem sind Transliterationen für die Forschung wertvolle Daten zum Pflanzenbeleg. Das liegt auch daran, dass in digitalen Datenbanken Belege grundsätzlich leichter auffindbar sind, wenn die originale Sprache mit übertragen wird. Falls Sie eine Transliteration vornehmen möchten, ist es wichtig, eine einzige Norm einzuhalten. Für die Transliterationen im Rahmen der Herbonauten verwenden wir die Norm ISO 9. Durch online-Tools wie die Bildschirmtastatur wird die Durchführung von Transliterationen erheblich erleichtert.

  • Sie können den Text im originalen Schriftsystem abtippen, z.B. indem Sie das Tool der Bildschirmtastatur verwenden (siehe Punkt 5.2 Tutorial Bildschirmtastatur)
  • Sie können den Text mithilfe der folgenden Tabellen in das lateinische Schriftsystem transliterieren. Tabelle 1 zeigt die Transliterationen für die kyrillischen Buchstaben. Tabelle 2 für die griechischen Buchstaben.
  • Falls Sie eine Transliteration und eine Translation/Übersetzung vornehmen, geben Sie dies bitte wie in folgendem Beispiel an:
Окр. Тифлиса. Р. Вера, каменистые склоны [Environs of Tiflis. Vera river, stony slopes]

In diesem Beispiel wurde eine kyrillische Transliteration und eine Übersetzung/Translation in eckigen Klammern [] angegeben.


4 Informationsquellen

4.1 Personen

  • Harvard University & Libraries, Index of Botanists:[4]
  • Index Herbariorum: [5]
  • Lexikon deutschsprachiger Bryologen: [6]
  • Naturkundlich forschende Personen, Literatur, Tier- und Pflanzennamen - Zobodat (Schwerpunkt Österreich):[7]
  • Dörflers Botaniker-Adressbuch von 1902 (Botaniker- Namen aus verschiedenen Ländern):[8]
  • International Plant Names Index (IPNI): Autorennamen [9]
  • Australische Pflanzensammler und Illustratoren1780-1980: [10]
  • Malaysische Sammler: [11]

4.2 Orte

  • Geographical Names:[12]
  • Geonames:[13]
  • Getty Thesaurus of Geographic Names:[14]
  • Historische Landkarten, Stadtpläne und Atlanten, weltweit: Landkartenarchiv:[15]
  • Orte in Frankreich (z.B. geeignet für Höhenangaben):[16]
  • Tabelle der neuen und alten Regionen Frankreichs:[17]
  • Strecken messen über Google Maps:[18]
  • Strecken messen für Berlin, Hamburg, München, Karlsruhe über OMS:[19]
  • Umrechnung von Koordinaten:[20]

4.3 Handschriften

  • Etiketten- und Handschriftensammlung der Universität Strasbourg:[21]
  • Kalliope Verbundkatalog: hier 'suche nach Autographen' [22]
  • Chirographicum historicum: [23]
  • Auxilium ad Botanicorum Graphicem: [24]
  • Handwriting Linnean Herbarium: [25]
  • Global Plants Initiative Designation Identifier: [26]

5 Tutorials

5.1 Tutorial Techniken zur Geolokalisierung

In diesem Tutorial geht es um die am häufigsten zur Geolokalisieren verwendeten Online- Datenbanken und -Karten und deren Besonderheiten bei der Suche nach Koordinaten zu geographischen Orten. Da Herbarbelege selbst historische Dokumente sind, tauchen auf Herbarbelegen häufig historische Fundorte auf. Für die Suche nach diesen historischen Fundorten siehe besonders Möglichkeit 2. Generell können bei der Geolokalsierung verschiedene Möglichkeiten zum Ziel führen. Die folgenden Möglichkeiten sind eine Auswahl und können auch kombiniert werden:

Möglichkeit 1: Geolokalisieren mit OpenTopoMap und Google Earth:

  • Klicken Sie in der Kategorie ‚Geolokalisierung‘ auf den Button 'Karte' und nutzen Sie das Suchfeld in der linken oberen Ecke der sich öffnenden Karte, um den Fundort einzutragen.
  • Falls das Suchmenu der Karte nicht dem auf dem Etikett angegebenem Fundort entspricht, können Sie den Koordinatenpunkt manuell auf der Karte verschieben und den Koordinatenpunkt so der Fundortbeschreibung anpassen. Die Koordinatenzahlen werden auf der linken Bildschirmseite automatisch angepasst. (zur Legende von OpenTopoMap siehe [27])

Besonderheit Ungenauigkeitsradius: Sollte der Fundort (wie in diesem Beispiel) eine größere Fläche umfassen, können Sie z.B. mit Google Maps einen Ungenauigkeitsradius ausmessen und diesen ebenfalls übertragen:

    • Öffnen Sie dazu Google Maps und geben Sie erneut Ihren Fundort in das Suchfeld links oben ein:
    • Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Marker des geographischen Ortes und klicken Sie auf ‚Entfernung messen‘.
    • Klicken Sie mit dem Cursor auf einen Punkt am Rand des Gebietes, das Sie abmessen wollen. Google Maps zeigt die Distanz und somit den Ungenauigkeitsradius an.

Entfernungmessengooglemaps.png

    • In der Kategorie ‚Geolokalisierung‘ auf der Herbonauten-Plattform können Sie nun den entsprechenden Ungenauigkeitsradius angeben. In diesem Fall kreuzen Sie das Feld <1 (km) an. Die ausgewählte Geolokalisierung beschreibt nun alle Punkte innerhalb dieses Kreises und bildet dadurch die Beschreibung des Fundortes gut genug ab.
    • Sollte sich ein Ungenauigkeitsradius von <20km nötig sein, ist eine Geolokalisierung nicht mehr sinnvoll und sie klicken in der Kategorie ‚Geolokalisierung‘ lediglich „Beleg nicht lokalisierbar“ an.

Möglichkeit 2: Geolokalisieren mit Geonames.org:

  1. Falls Sie auf OpenTopoMap den Fundort nicht finden, können Sie auch Geonamesfür die Geolokalisierung verwenden. Dort werden zwar leicht abweichende Geolokalisationsdaten angegeben. Diese befinden sich aber innerhalb des Toleranzradius der Herbonauten, können also ebenfalls übernommen werden.
  2. Es empfiehlt sich manchmal auch, unterschiedliche Schreibweisen der Ortsbezeichnungen auszuprobieren. Verschiedene Schreibweisen von Ortsnamen finden Sie auch in der Datenbank Geographic Names aufgelistet.
  3. Darüber hinaus bietet geonames.org unter [advanced search] die Option ‚fuzzy search'. Auch hier sucht die Datenbank nach leicht abweichenden Schreibweisen des eingegebenen Suchbegriffs, was z.B. bei fremdsprachigen Begriffen sehr nützlich ist.
  4. Zum Abgleich der Fundortbezeichnung bietet geonames.org folgende Features: Satellitenbild, sowie die Funktion der Ortsbezeichnung, z.B. Park, Berg, bevölkerte Gegend
  5. Klicken Sie auf einen Fundortnamen und es öffnet sich ein Fenster mit Angaben zu Land, Region, sowie Koordinaten in zwei Formaten (siehe Kapitel Formatierung von Koordinaten). Klicken Sie auf das ‚Show Map‘-Symbol ganz rechts unterhalb der Koordinaten. So gelangen Sie zum gesuchten Fundort auf der Karte.
  6. Unter dem ‚Alternate Names‘-Symbol werden alternative Ortsbezeichnungen aufgelistet
  7. Geonames hat sich auch für die Recherche von historischen Ortsbezeichnungen oder Ortsbezeichnungen aus ehemaligen kolonial besetzten Gebieten als nützlich erwiesen, indem hier historische, von der aktuellen Ortsbezeichnung abweichende Ortsnamen gesucht, von der Datenbank angezeigt und den aktuellen Namen zugeordnet werden können.

Möglichkeit 3: Geolokalisieren mit Google Maps:

  1. Ist der Fundort auf OpenTopoMap nicht verzeichnet, können Sie den Fundort auch auf ‚Google Maps‘ suchen.
  2. Geben Sie den Fundort in die Suchmaske bei ‚Google Maps‘ ein
  3. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Fundort und wählen Sie „Was ist hier?“ -> Die Koordinaten des Fundortes werden in einem kleinen Fenster am unteren Bildschirmrand angezeigt.

Besonderheit Höhenlinien

  1. Sie können sich bei OpenTopoMap und bei Google Maps (klicken Sie links neben dem Suchfeld auf die drei Striche und dann auf ‚Terrain‘) die Höhenlinien der geographsichen Regionen mit anzeigen lassen. Diese sind besonders hilfreich bei Fundorten in Gebirgsregionen, in denen kleine Distanzen mit großen Höhenunterschieden einhergehen.
  2. Handelt es sich beim Fundort um eine Berg- oder Gebirgebezeichnung, wird bei OpenTopoMap automatisch immer der Gipfel des Berges ausgewählt.
  3. Ziehen Sie den Koordinatenpunkt auf die entsprechende (bei OpenTopoMap) orangefarbene beschriftete Höhenlinie. Die Koordinaten werden dann automatisch angepasst.
  4. Mitunter finden Sie zusätzliche Angaben zu Himmelsrichtungen, wie Südhang, Nordhang etc.
  5. Ergänzen Sie auch hier den Ungenauigkeitsradius entsprechend der Ausdehnung der Höhenlinie und geben Sie die Höhenangabe zusätzlich im Feld ‚Genauigkeit‘ an (???).

Höhenlinien.png

Besonderheit Geolokalisieren mit Richtungsangaben:

  1. Auf manchen Belegen finden Sie Fundortangaben wie z.B. „2km W von Sianna“
  2. Suchen Sie die Koordinaten des Ortes „Sianna“ mithilfe von OpenTopoMap, diese erscheinen automatisch in den Koordinatenfeldern
  3. Stellen Sie den Ungenauigkeitsradius auf <5 stellen
  4. Geben Sie im Feld ‚Genauigkeit‘ „W“ oder „westlich“ an.

Bild12.png

5.2 Tutorial Bildschirmtastatur

Eine Bildschirmtastatur oder sog. "Virtuelle Tastatur" ist eine Möglichkeit, Schriftzeichen eines Belegs, die in einer nicht-lateinischen Sprache verfasst sind im Original zu dokumentieren. Hierzu sind frei verfügbare online-Tools verfügbar. Eine gute Möglichkeit bietet das Tool "Virtual Keyboard Toggle" der Chrome-Erweiterungen. Für die Nutzung des Tools öffnen Sie zunächst einen Chrome Browser.

  • Zum Herunterladen des Tools öffnen Sie in Chrome diesen Link und klicken auf "Ausprobieren". Hier können Sie das Tool vor dem Installieren online testen.
  • Zum Installieren klicken Sie unten im Bildschirm unter "Im Web" auf "Chrome-Erweiterung installieren".
  • Es öffnet sich ein Katalog der verfügbaren Tools. Klicken Sie hier auf das Icon "Virtual Keyboard" und im neuen Bildschirm auf "Hinzufügen" und "Erweiterung hinzufügen".
  • Sie finden das neu-installierte Tool rechts oben auf das Puzzle Icon in der URL-Menüleiste und aktivieren Sie das Tool "Virtual Keyboard".
  • Nun können Sie in der URL-Menüleiste direkt auf das Tool "Virtual Keyboard Tuggle" zugreifen und die Einstellungen für Ihre Bildschirmtastatur vornehmen.
  • Im sich öffnenden Fenster können Sie unter "Open Virtual Keyboard Settings" die für die Bildschirm-Tastatur verfügbaren Sprachen einsehen. Klicken Sie die gewünschten Sprachen an und wählen diese mit einem Klick auf den Rechtspfeil aus. Laden Sie anschließend die Seite neu.
  • Aktivieren Sie im Fenster des "Virtual Keyboard" Tools "On Demand"
  • Auf der Herbonautenplattform: Beim Anklicken des auszufüllenden Kategorie-Felds öffnet sich ein kleines "Tastatur-Icon". Mit einem Klick darauf öffnet sich die Virtuelle Tastatur im Bildschirm.
  • Mit Klick auf die drei "Einstellungs-Rädchen" können Sie die entsprechenden Schriftzeichen auswählen und wie bei einer normalen Tastatur die entsprechenden Buchstaben mit der Maus anklicken.
  • Nach der Verwendung können Sie die Bildschirmtastatur durch Aktivieren von "Turn off" im "Virtual Keyboard Toggle"-Fenster wieder ausschalten.


5.3 Tutorial Google Übersetzer

Sie können sich die Herbonautenplattform auf zahlreichen Sprachen anzeigen lassen. Eine gute Möglichkeit bietet beispielsweise das "Google Übersetzer" der Chrome-Erweiterungen.

  • Zum Herunterladen des Tools öffnen Sie in Chrome diesen Link und klicken auf "Ausprobieren". Hier können Sie das Tool vor dem Installieren online testen.
  • Zum Installieren klicken Sie unten im Bildschirm unter "Im Web" auf "Chrome-Erweiterung installieren".
  • Es öffnet sich ein Katalog der verfügbaren Tools. Klicken Sie hier auf das Icon "Google Übersetzer" und im neuen Bildschirm auf "Hinzufügen" und "Erweiterung hinzufügen"
  • Sie finden das neu-installierte Tool rechts oben auf das Puzzle Icon in der URL-Menüleiste und aktivieren Sie das Tool "Google Übersetzer".
  • Auf der Herbonautenplattform: Beim Klicken auf das Tool "Google Übersetzer" in der URL-Menüleiste öffnet sich ein Fenster. Klicken Sie auf "Diese Seite übersetzen".
  • Links unterhalb der URL-Leiste finden Sie die aktuelle Sprache der Webseite, sowie die Möglichkeit durch Klick auf diese aktuelle Sprache Übersetzungen vorzunehmen.

6 Weiterführende Literatur

  • Lohonya K, Livermore L, Penn MG (2020) Georeferencing the Natural History Museum's Chinese type collection: of plateaus, pagodas and plants. Biodiversity Data Journal 8: e50503. [28](weiterführende Informationen zu Transliterationstabellen sowie zur Recherche von Geolokalisationen am Beispiel vorrangig chinesischer Herbariumsetiketten)
  • Ohmura, Yoshihito: Lichenes minus cogniti exsiccati. Fasz. XXIV (Nos. 576-600). National Museum of Nature and Science, Tokyo 2018.[29]
  • Quentin Groom, Mathias Dillen, Helen Hardy, Sarah Phillips, Luc Willemse, Zhengzhe Wu, Improved standardization of transcribed digital specimen data, Database, Volume 2019, 2019, baz129. [30]
  • Schröder, Christof. (2019). Katalog der auf Herbarbelegen gebräuchlichen Abkürzungen / Catalogus Abbreviationum in Schedis Herbariorum usitatorum / Catalogue of common abbreviations on herbarium vouchers [Kochia 12: 37–67 (2019)]. 12. 37–67. [31]

7 Weblinks

  • IndExs: wichtigste Zusammenstellung von Exsiccatenwerken: IndExs
  • Herbonauten-Plattform des Botanischen Garten Berlins: Herbonauten

8 Einzelnachweise

<references />